Chronik

1868-1899

Am 16. August 1868 beschließt der Gemeinderat unter Vorsitz des Bürgermeisters Johann Georg FISCHER die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in unserem Markt. Ein Komitee unter Theodor KURZWERNHART wird mit der Ausarbeitung von Statuten für eine Feuerlöschordnung beauftragt. Am 25. Oktober des gleichen Jahres werden diese dem Gemeinderat vorgelegt und der k. k. Statthalterei übersandt. Somit gilt die Freiwillige Feuerwehr Aschach a. d. Donau als gegründet.

Im Jahre 1869 treten 120 Mann der Feuerwehr bei und eine Saugspritze wird angekauft. Natürlich werden auch andere benötigte Ausrüstungsgegenstände erworben. Schon in den darauf folgenden Jahren hat die neugegründete Feuerwehr mehrere Brände, unter anderem auch in Eferding, Neuhaus, Pupping und in Landshaag zu bekämpfen. Im Jahre 1897 hat die FF Aschach ihren ersten schweren Verlust zu erleiden, da der Gründer Theodor KURZWERNHART am 12. Juli zu Grabe getragen werden musste.

Bereits zwei Jahre darauf kommt es zu einer harten Bewährungsprobe. Am 15. September 1899 tritt die Donau über die Ufer und verursacht ein Hochwasser, das die gesamte Unterfront Aschachs unter Wasser setzt. Tag und Nacht sind die Feuerwehrleute im Einsatz, um den Schaden in Grenzen zu halten, auch der kurz zuvor aufgestellte Pionierzug bewährt sich äußerst gut.

1900-1954

In den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende kann sich die Feuerwehr in Aschach immer besser etablieren und ist auch auf dem Ausrüstungssektor auf dem neuesten Stand der Technik.

Am 24. August 1906 wird Aschach von der bis dato größten Brandkatastrophe heimgesucht. Sechs Häuser im Markt stehen in hellen Flammen und alle Feuerwehren der umliegenden Gemeinden, aber auch aus Neuhaus, Goldwörth und sogar aus Wels und Linz kommen zum Einsatz. Auch das auf dem linken Donauufer gelegene Faustschlössl gerät durch Funkenflug in Brand, und auch dort sind drei Feuerwehren im Einsatz. Insgesamt sind 12 Feuerwehren an diesem Tag mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Im Jahr 1908 feiert die Freiwillige Feuerwehr Aschach ihr 40jähriges Bestandsjubiläum. Im darauf folgenden Jahr erhält die Wehr ihr erstes Boot, und 1912 wird eine Spendenaktion zum Ankauf eines Rettungswagens durchgeführt.

In den Kriegsjahren 1914 – 1918 wird eine Lagerfeuerwehr im Kriegsgefangenenlager gebildet. Diese greift der FF Aschach oft unter die Arme, die diese, aufgrund der vielen Einberufungen zum Kriegsdienst, nicht immer einsatzfähig ist. Die Wasserwehr kommt wieder im Jahr 1920 zum Einsatz, da wieder ein Hochwasser zu vermelden ist, das aber nicht das Schadensausmaß des Vorherigen verursacht.

Im Jahr 1923 kommt es zum wiederholten Male zu Bränden in der Aschacher Rahmenfabrik, wobei am 25. Mai das gesamte Fabriksgebäude ein Opfer der Flammen wird. Die Feuerwehr kann das Sägewerk und das Maschinenhaus retten. In den nächsten Jahren hat die Feuerwehr immer vielfältigere Einsätze zu bestehen, wie z. B. Katastropheneinsätze nach Unwettern und Erdrutschen.

Im Jahre 1938 tritt die Feuerwehrpolizeiordnung in Kraft und die Feuerwehr wird eine Körperschaft öffentlichen Rechts. In den Kriegsjahren muss die Feuerwehr wieder auf viele geschulte Mitglieder verzichten, die zum Kriegsdienst eingezogen wer den. Diese Tatsache macht sich bei einigen Einsätzen schmerzlich bemerkbar.

Das Jahr 1954 markiert einen Meilenstein in der Geschichte der FF Aschach. In diesem Jahr, im Zeitraum von 8. – 12. Juli, wird Aschach von der größten Hochwasserkatastrophe seit Menschengedenken heimgesucht. Die Feuerwehr hat dabei die verschiedensten Aufgaben zu bewältigen. Es müssen unter anderem die Häuser an der Donaufront ebenerdig geräumt und die Bewohner des Sommerbergs verpflegt werden. Der gesamten Bevölkerung wird Trinkwasser ausgegeben. Die FF Aschach ist mit 28 Mann im Einsatz, unterstützt werden diese von den Wehren
aus Haibach (13 Mann), Hartkirchen (16 Mann), Haizing (18 Mann), Hilkering (14 Mann), Öd in Bergen (11 Mann) sowie aus Hörsching (9 Mann).

1954-1998

Anlässlich eines Eisstoßes auf der Donau rückt die Feuerwehr zum Katastropheneinsatz aus und ist zwei Tage (3. und 4. März 1956) im Einsatz. Der nächste größere Einsatz auf der Donau ist das Auspumpen eines leckgeschlagenen Öltankers, wobei die Feuerwehr fünf Tankkammern leeren muss.

Im Jahre 1962 erhält die Feuerwehr Aschach ihre ersten Funkgeräte, die bereits eine Woche später bei einem Waldbrand eingesetzt werden. Im Jahr 1965 gibt es wieder Hochwasseralarm und ein Zugschiff, das auf Grund gelaufen ist, wird ausgepumpt. Mitte der
70er Jahre steigt die Anzahl der technischen Einsätze rapide an. So hat sich die Anzahl dieser, vom Jahr 1973 auf das Jahr 1974, mehr als versechsfacht. Dies führt dazu, dass vermehrt Schulungen, Übungen und Kurse durchgeführt bzw. absolviert werden.

Im Jahr 1978 kommt es in der Möbelfabrik Klinger zu einem Großbrand, dem die gesamte Fabrik zum Opfer fällt. Bei einem Großbrand in der Stärkefabrik 1979 kommt es zu einem tra-
gischen Zwischenfall, da KDTSTV. Franz PASCHINGER sen. an den Folgeerscheinungen des Brandes verstirbt.

Am 30. Juni 1984 findet in Aschach der Oö. Landeswasserwehrbewerb auf der Donau statt, und die Aschacher Feuerwehr nimmt natürlich erfolgreich daran teil. Am Silvesterabend 1991 kommt es in der Stiftstraße zu einem Wohnungsbrand in Folge einer Brandstiftung.

Am 24. September 1992 erreicht die Feuerwehr die Meldung: „Ölaustritt beim Kraftwerk Aschach“. In Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Landshaag und Eferding kann die Gefahr in dem 15stündigen Einsatz unter Mithilfe von Ölsperren, Schöpfkellen sowie zwei A-Booten gebannt werden.

1993 gibt es außer einer Reihe von technischen Einsätzen wie Verkehrsunfällen, auslaufendem Öl, etc. auch 14 Fehlalar-
me, die durch Brandmelder ausgelöst werden. Diese stellen eine große Belastung für die Mannschaft dar, da es auch vorkommt, dass sogar mehrfach am Tag die Brandmelder ansprechen.

Am 12. Juli 1994 erfolgt die Alarmierung durch die Landeswarnzentrale: „Badeunfall Wasserskilift Feldkirchen“. Nach einem zweistündigen Einsatz der Tauchergruppe kann der Verunfallte leider nur mehr tot geborgen werden. Am 22. September wird ein Arbeiter einer Baufirma bei der Demontage eines Krans
in ca. 6 m Höhe eingeklemmt und schwer verletzt. In Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Hartkirchen und Haizing gelingt es der FF Aschach, den Verletzten zu retten und dem Notarzt zu übergeben.

Bei Umbauarbeiten am 26. Jänner 1995 stürzt die Decke einer Ziegelei ein. Ein Mann wird eingeklemmt. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, da nachrutschende Deckenteile die Sicherheit der Feuerwehrmänner und des Verletzten gefährden. Der Einsatz wird erfolgreich durchgeführt. Durch menschliches Versagen kommt es am 16. August zu Ölaustritt bei einem Tanklastkraftwagen. Nach vierstündigem Einsatz kann mit Hilfe der Feuerwehr Eferding größere Verschmut zung des Erdreichs verhindert werden.

Am 17. Mai 1996 brennt es in der stillgelegten Ziegelei Obermayr. Nach Alarmierung von sechs Feuerwehren mit insgesamt 94 Mann gelingt es das angrenzende Ziegelwerk Pichler erfolgreich zu schützen, und der Brand ist schnell unter Kontrolle gebracht. Am 28. November brennt mitten in Aschach eine Gartenhütte. Vier Feuerwehren mit 52 Mann können den Brand rasch unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen auf die Nachbarobjekte verhindern.

Am 6. Jänner 1997 kommt, vermutlich durch überhöhte Geschwindigkeit ein PKW von der Straße ab und stürzt in die
Donau. Den Einsatztauchern der Feuerwehr gelingt es, den PKW zu
bergen, der Fahrer bleibt vermisst. der Einsatz ist für die Taucher sehr schwierig, da zu diesem Zeitpunkt die Außentemperatur deutlich unter 0°C ist.

Im Jahr 1998 hat unsere Feuerwehr in den Aschacher Industriebetrieben gefährliche Brände und technische Einsätze zu bestehen. Diese verlaufen Gott sei Dank unfallfrei. Am 12. September hat die Freiwillige Feuerwehr Aschach den wohl schwersten Einsatz in der Zeit Ihres Bestehens zu absolvieren. Der Lotsen- und Nachrichtenkommandant unserer Wehr, Kamerad Johann Radler und seine Gattin kommen durch einen Brandanschlag und die daraus resultierende Explosion Ihres Wohnhauses in der Abelstraße auf tragische Weise ums Leben. Nur durch eingehende Aufarbeitung des Geschehens innerhalb der Kameradschaft kann der Schock über die Ereignisse überwunden werden. Das geplante Fest zum 130jährigen Bestandsjubiläum wird abgesagt.

1998-heute

Die letzten Jahre stehen im Zeichen einer Aufrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Aschach a. d. Donau in technischer Hinsicht einerseits, und einer umfassenden Ausbildung der Mitglieder andererseits. Das neue Kommando rund um Kommandant ABI Franz PASCHINGER arbeitet mit Schwung und Elan an der Positionierung der Wehr als Stützpunktfeuerwehr in den Bereichen Atemschutz und Wasserwehr/Tauchwesen. Dabei profitieren alle vom reichen Erfahrungsschatz der erfahrenen Kameraden. Der Fuhrpark wird ausgebaut, ein neues Kommandofahrzeug
wird angekauft, für die Tauchergruppe wird ein gebrauchtes Fahrzeug adaptiert. Der Katastrophenhilfsdienst des Landes Oberösterreich verlagert sowohl ein neues A-Boot sowie ein Lastfahrzeug in die Obhut der Aschacher. Letzteres wird in Eigen-
initiative zu einem vollwertigen Löschfahrzeug umgebaut. Eine Vorreiterrolle nimmt die FF Aschach durch die Entwicklung des Konzeptes für ein „kleines“ Tanklöschfahrzeuges ein, das an die Gegebenheiten im Aschacher Ortsgebiet angepasst ist. Das Beispiel hat Schule gemacht und ein gleichwertiger Fahrzeugtyp ist nun bei mehreren Wehren im Einsatz.

Ein moderner Fuhrpark braucht auch ein standesgemäßes Heim. Dieses Umfeld wurde mit dem Umbau des Feuerwehrhauses in den Jahren 2003 und 2004 geschaffen. Die gesamte Kameradschaft hat in unzähligen Arbeitsstunden dieses Unterfangen erst möglich gemacht. Ein zeitgemäßer Schulungsraum und eine neue Einsatzzentrale wird errichtet, eine weitere Fahrzeugbox angebaut sowie Räumlichkeiten für Atemschutz/Taucher und den Zeugwart werden geschaffen. Auch für Geselligkeit ist gesorgt, da auch ein neuer Aufenthaltsraum mit Küche im Feuerwehrhaus Platz findet. Bei all diesen Projekten ist der Kommandant federführend.

Dieses Engagement wird auch vom Oö. Landesfeuerwehrkommando gewürdigt. Da durch die Aufstockungen der Fahrzeuge zwei komplette Züge zur Verfügung stehen, wird Franz Paschinger im Jahr 2004 der Titel des Abschnittsbrandinspektors verliehen, dadurch wird auch die Führungsstruktur der Wehr erweitert (2. Kommandantstellvertreter, 2. Zugskommandant, 4 Gruppenkommandanten).

Besonders fleißig sind die Mitglieder auch im Bereich der Ausbildung. Zahlreiche Lehrgänge werden absolviert und auch der Stand an Leistungsabzeichen wird ständig erhöht. Das erlernte Wissen wird aber auch weitergegeben. Die Freiwillige Feuerwehr Aschach stellt schon seit mehreren Jahren den Ausbildungsverantwortlichen des Bezirkes Eferding. Unsere Wehr ist alljährlich Gastgeber des Grundlehrganges des Bezirks sowie der Wasserdienstgrundausbildung. Hier hat sich das Schopperplatzareal als idealer Austragungsort herausgestellt. Mehrere Kameraden arbeiten aktiv im Bezirksfeuerwehrkommando mit und nehmen dort tragende Rollen ein.

Im Jahr 2003 ist die FF Aschach Ausrichter des Oö. Landeswasserwehrbewerbes. Dieses Großereignis im Bewerbskalender wird entlang der Donaupromenade abgehalten und wird noch heute von vielen Zillenfahrern aus allen Winkeln Oberösterreichs gelobt.

Im Einsatzgeschehen ist die Verlagerung des Schwerpunktes vom Brand- hin zum technischen Einsatz endgültig vollzogen. Die Aschacher Industriebetriebe, aber auch das ständig steigende Verkehrsaufkommen bedeuten für die Wehr ein hohes Ausmaß an Spezialisierung und Einsatzbereitschaft. Der Ankauf eines hydraulischen Rettungsgerätes ist unabdingbar. Auch die unberechenbare Wetterlage führt immer wieder zu denkwürdigen Einsätzen. Das
Jahrhunderthochwasser 2002, bei dem sich die Schäden auch Dank der guten Vorbereitung der Feuerwehr in Grenzen gehalten haben, sowie mehrere große Unwetter seien hier stellvertretend genannt.

Um der Marktgemeinde Aschach auch finanziell bei all den natürlich auch kostenintensiven Vorhaben unter die Arme greifen zu können, wird das Donaufest ins Leben gerufen. Hier hat sich das ehemalige Areal der „Strombauleitung“ (heute via-Donau) als Veranstaltungsort bewährt. Die Kameraden haben hier in Eigenregie viele Adaptierungsarbeiten durchgeführt. Der Erfolg gibt ihnen Recht und das Fest erfreut sich jedes Jahr steigender Beliebtheit bei den Besuchern. Ein weiterer Beitrag zum Kultur- und Gesellschaftsleben wurde mit erfolgreicher Reaktivierung des Feuerwehrballs im Jahr 2008 geleistet. Natürlich bleibt die Entwicklung nicht stehen und „wer rastet, der rostet“. So arbeiten wir weiterhin an einer erfolgreichen Zukunft für das Wohl der Aschacher Bürger.